Mediensklaven

By | 11. März 2015

Liebe Mitmenschen,
ist euch denn nicht aufgefallen, wie sie uns beeinflussen? Ich spreche nicht von einseitiger Berichterstattung, ich spreche von Marketing!
Klar, ab einem gewissen Bildungsgrad weiß jeder Bescheid, dass Firmen dem potentiellen Kunden alles sagen würden, um ihn zum Kauf zu bewegen.
Dafür ist Werbung ja auch da und das wissen wir. Aber entgeht uns denn trotzdem der schleichende Prozess, der uns zu ihren Sklaven macht?

Mit diesem Wissen können wir doch eigentlich gar nicht so naiv sein, nicht davon auszugehen, dass an einer Tafel hochrangige überbezahlte Psychologen sitzen, die sich überlegen, mit welchen Methoden, welchen Botschaften, ja sogar mit welchen Worten wir Konsumenten uns Bücken und herumkommandieren lassen.

„Eigene Meinung“ ist doch beinahe nur noch eine Worthülse. Ja sicher, jeder hat eine eigene Meinung, das haben sie uns gesagt. Merkwürdig nur, dass wir über die meisten Dinge, zu denen wir eine eigene Meinung haben nie wirklich nachgedacht haben.
Man muss sich nur einmal fragen, woher die „eigene Meinung“ kommt, ohne dass man die entsprechende Thematik wirklich studiert hat. Und sie kommt sicher irgendwoher.

Auch, wenn die meisten wissen, dass Marketing manipuliert, die Marketingforscher wissen auch, dass wir es wissen. Und sie sind nicht dumm.
Wir lassen uns leider davon prägen, ob wir wollen oder nicht.

Wenn es heißt „mit Omega-3-Fettsäuren“, dann fühlen wir uns gut damit. Aber wie viele haben sich vorher informiert, was das eigentlich genau ist?
Ich behaupte mal, es seien die wenigsten gewesen. Und trotzdem, allein durch so eine bewerbende Aussage, wird „Omega-3-Fettsäuren“ für uns immer ein positiver Begriff sein.
Das ist noch ein sehr harmloses Beispiel. Besonders merkwürdig wird es doch bei Aussagen wie „ohne Zucker“. Klar, zu viel Zucker ist ungesund, das wissen wir inzwischen auch. Aber wieso schmeckt es trotzdem so süß? Man könnte Aspartam verwenden, und wir wären zufrieden.

Wie oft ich Menschen begegne, die überzeugt behaupten, Milch sei gesund und notwendig. Einfach, weil sie ihr Leben lang täglich mehrfach Sätze wie „für die Extraportion Milch!“ gehört haben.
Und sie scheinen vergessen zu haben, dass ihre absolut einzige Quelle die Werbung ist.

Uns muss klar werden, dass wir ohne aktives kritisches Hinterfragen auch „Glutamat“ für gesund halten würden, wenn eine Tütensuppe in der Werbung mit „Neu! Mit 30 % mehr Glutamat“ beworben werden würde.
Wenn wir Glück haben, bekommen wir dann reißerische Artikel aus anderen Medien unter die Nase gerieben, wie „Glutamat tötet!“.

Mit unseren heutigen komplexen technischen Mitteln ist es uns so einfach wie noch nie, eigene Nachforschungen anzustellen. Und das sollten wir verdammt noch mal auch nutzen!
Wer sich nur passiv von Marketingpsychologen manipu – äh – informieren lässt, wird seiner „eigenen Meinung“ niemals gerecht werden.
Also lasst uns aufhören, die uns indoktrinierten Pseudofakten als unantastbare „eigene Meinung“ abzustempeln und ab und zu mal hinterfragen!

Warum steckt in Hofnamen und entsprechenden Produkten so häufig das Wort „gut“ und was macht es mit uns? Warum wird den Bauernverbänden empfohlen, das grausame, betäubungslose abbrennen der Schnäbel von Hühnern jetzt freundlich als „Schnabelbehandlung“ zu bezeichnen?
Brauchen wir wirklich über das Erwachsenenalter hinaus artfremde Milch?
Und am aller wichtigsten: „Massentierhaltung ist schlecht und Biotierhaltung ist besser!“ Aber was genau ist „Biotierhaltung“ eigentlich?
Und warum klingt „Hähnchenkeule“ so viel freundlicher als „Bein von einem Huhn“.

Bitte lasst uns anfangen, Dinge aktiv zu hinterfragen, auch wenn wir sie (vorschnell) schon als „Meinung“ gegen Kritik immunisiert haben!
Mit hoffnungsvollem Gruß,
ein Mitbürger.

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