Eine Zeitreise

By | 23. Januar 2015

Wir schreiten durch ein dunkles Zeitalter. Der Gedanke an Gleichberechtigung ist noch weitgehend unbekannt.

Einige Gesellschaften kämpften sich durch schwierige äußere Umstände, wie niedrige Temperaturen und mangelnde Nahrung. Es mussten Methoden gefunden werden, um zu überleben. Beeindruckende Techniken mussten entwickelt und erkämpft werden. Aus dieser Not heraus entstand Wissen. Ein Wissen , mit dem diese Menschen leider nicht umzugehen wussten. Sie hatten über Generationen gelernt, dass sie sich Dinge erkämpfen und nehmen mussten, um der Natur und den Konkurrenten stand zu halten.
Einige Zeit später, blieben die Errungenschaften erhalten, und der Zorn der Natur ließ nach. Das Schlimmste war überstanden, und nun konnte man sich auf den Weg machen, die Freiheit und den Luxus zu genießen und die Welt zu entdecken.
Jedoch blieb die mittlerweile überflüssige Habgier, die ihnen einst das Leben ermöglichte, tief in ihren Gedanken verankert.
Und so schritten sie durch die Welt.

Es dauerte nicht besonders lang, bis sie auf Kulturen stießen, die das Überleben ebenfalls gemeistert hatten. Jedoch unterschieden sich die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen gehabt hatten.
Andere Kulturen waren nicht gezwungen, sich ein solches Wissen anzueignen. Sie haben nicht gelernt, sich der Natur zu widersetzen. Zu ihnen war sie freundlich gewesen. Ihre Stärke zogen sie aus dem Leben mit und in der Natur. Sie entwickelten dunkle Haut, damit die Sonne sie nicht verbrannte, und genossen im Gegenzug eine kontinuierliche Nahrungsverfügbarkeit.
Sie waren nicht darauf angewiesen, ihre Lebensmittel zu lagern, mussten aber teilweise weite Strecken zurücklegen, um Wasser zu bekommen.
Nun standen sie sich gegenüber. Die westliche Gesellschaft, mit mühsam erkämpfter technischer Überlegenheit und notwendigerweise gelernter Habgier und die weniger vernetzten und weniger technisch entwickelten naturnahen Völker.
So kam es, wie es kommen musste. Man hatte die Möglichkeit zu nehmen, und man nahm. Man hatte die Möglichkeit zu versklaven und man tat auch dies.

Wenn man durch das Land ging, so sah man die Menschen, die in ihrem System Bildung genießen konnten, die über das bloße Überleben hinaus ging, und man sah die Schwarzen, die die körperliche Arbeit verrichten mussten zu der sich andere zu bequem waren.

Heute wird sich kaum jemand vorstellen können, wie selbstverständlich dieses Bild war. Wie alltäglich die Sklaventransporte waren, wie unvorstellbar der Gedanke war, dass ein Landherr selbst einen Fuß auf das Feld setzte.
Die Kinder wuchsen damit auf, und lernten nichts anderes kennen.

Schiffe auf dem Meer, mit jenen angeketteten und zum Rudern gezwungenen Wesen, die auf dem Weg in eine ihnen fremde Welt waren, wo sie nicht mehr als eine Ware darstellten, die man kaufen konnte damit sie anderen das Leben angenehmer machen konnten.
Riesige Hallen am düsteren Horizont, mit vielen dieser armen Geschöpfe hinter Gitterstäben, darauf wartend, den Rest ihres Lebens wertlos zur Arbeit gezwungen zu werden.
Erst jetzt erscheint uns das grausam.
Niemand wunderte sich darüber. Niemand fragte sich, ob man da nicht etwas dran ändern könnte. Niemandem kam in den Sinn, die körperliche Arbeit selbst zu verrichten, und die Diskriminierung zu unterlassen. Jeder einzelne war mit dem Weltbild aufgewachsen, ohne es zu hinterfragen.
Es dauerte viel zu lange, bis die ein oder andere Person erkannte, dass die Sklaven unglücklich waren.
Und selbst heute gibt es noch zu viele Köpfe, in denen Schwarze den gleichwertigen Status noch nicht erreicht haben.
Muss man sich da nicht fragen, wie unglaublich mächtig die gesellschaftlichen Normen sind, mit denen man aufwächst? Und wie viel wichtiger es deshalb ist, zum Hinterfragen bereit zu sein?
Die Umstände damals waren unglaublich schrecklich. Sie waren so schlimm, dass es heute vielen schwer fällt, sich beispielsweise Filme, in denen winzige Teilaspekte dieser Thematik möglichst realistisch dargestellt werden, anzusehen.
Was können wir der Gesellschaft von damals vorwerfen?
Jeder war verantwortlich, jeder hat mitgemacht, zugesehen, oder weggesehen.
Zeigt man uns Bilder von solchen oder ähnlichen Umständen sind wir zu tiefst schockiert und bedauern, dass so viele Menschen damals leiden mussten.
Aber hätten wir selbst etwas dagegen getan?
Bilder von Sklaverei und Holocaust bewegen uns, sie bringen uns zum Trauern und machen uns wütend. Lasst uns jene sein, die das nicht unterstützt hätten!
Ich weiß, dass sehr viele Menschen weinen müssen, wenn sie Bildmaterial unserer heutigen Tierausbeutung sehen. Ist das etwas anderes?
Wenn eure Enkelkinder dieselben Bilder sehen werden, wie werdet ihr ihnen erklären, dass ihr dabei mitgemacht habt?

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